3D ohne Brille bald zu Hause?
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Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 19:16 Uhr

Im Moment berichten viele Portale über viele und auch eine ganz spezielle und offensichtliche Sensation in der 3D-Präsentationstechnik: 3D ohne Brille aus fast jedem Blickwinkel. Eine kleine Firma namens "Sunny Ocean Studios Pte Ltd" aus Singapur mit dem Deutschen Armin Grasnick als Gründer und Geschäftsführer kündigt einen 3D-Display an, der aus 64 Einzelbildern einen 3D-Effekt ganz ohne 3D-Brille erzeugen soll. Bisherige artverwandte Techniken, die bisher nur vereinzelt bei lokalen InStore-Werbe-Kampagnen in Amerika getestet wurden, nutzen lediglich 9 Bilder und ermöglichen dadurch auch nur aus ganz bestimmten Betrachtungswinkeln einen 3D-Effekt. Durch die neue Technik mit 64 möglichen Betrachtungswinkeln soll ein normales Fernseh-Gefühl simuliert werden können, so dass man seinen Kopf frei bewegen kann ohne das der 3D-Effekt verloren geht. Bisher kann man solche Displays eben fast nur direkt von vorne betrachten, um einen 3D-Effekt wahrzunehmen. Beim Fußball-Schauen mit den 5 besten Freunden wäre die bisherige Technik also keine Lösung. Mit dem neuen 64 Bilder Verfahren soll dies aber endlich möglich sein.

 

 

Betrachtet man sich die Webseite von Sunny Oceans ein wenig näher bemerkt man zumindest keine Großinvestoren oder Partner, die diese Technik flächendeckend in Europa einführen könnten. Außerdem rüstet sich die gesamte Industrie gerade mit neuen Blueray-Spezifikationen für 3D-Filme, 3D-ready Fernsehern, 3D-Shutterbrillen und jede Menge mehr Hardware, die der Konsument teuer erstehen, reparieren und regelmäßig neu kaufen soll. Bleibt abzuwarten, wie sich die Industrie und letzten Endes der Kunde entscheidet - günstiger Monitor, Beamer oder 3D-Fernseher sowie teure Zusatz-Hardware oder gleich ein sehr teurer 3D-ohne-Brille-Fernseher ohne Zusatz-Hardware, die man sich auf die Nase setzen muss.

 

Jedoch wäre diese Richtungs-Entscheidung für die Industrie ja fast zu einfach, wenn da nicht das zusätzliche Problem der Inhalte-Erstellung wäre. Sunny Oceans lässt bis heute offen, ob die Inhalte-Produzenten 64 Einzelbilder je Film-Szene produzieren müssen oder ob dies das Endgerät künstlich berechnet. Bisher scheint es ja schon der Atomwissenschaft zu gleichen, aus nur 2 stereoskopischen Bildern einen 3D-Film zu erzeugen - wie sollen die Filmproduzenten mit 64 Bildern einen ganzen Film produzieren? Das erfordert auch ganz neue Denkweisen in der Drehbuch-Schreiberei, denn wie macht man einen Film inhaltlich spannend, der auch gleichzeitig visuell Reize setzen soll? Bisher versagen die Filmemacher ein wenig bei dieser Aufgabe, denn selbst ein Kassenschlager wie Avatar glänzt eigentlich nur mit Grafik, die nach dem zehnten Film mit Sturzflügen ins Meer irgendwann langweilig werden dürfte - dem Inhalt und dem bisherigen Einsatz der 3D-Effekte fehlt es irgendwie doch noch ein wenig an Ideenreichtum.

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